Das Loch im Löffel / Interpositionsapparat
„Das Loch im Löffel“ ist eine mehrdimensionale Arbeit, die sich mit der Profession des Designs befasste. Was motiviert jemanden dazu, etwas zu gestalten? Woher kommt der Antrieb im gestalterischen Prozess?
In dieser theoretischen Arbeit wurde der Schaffensraum von Designer:innen in einem Dazwischen verortet – ein Ort zwischen den disziplinären Grenzen. Durch subjektive Vorraussetzungen bestimmt, wird das Dazwischen sowohl zum Ort als auch zur Methode. Ästhetische Objektivität wird immer aus dem Subjekt heraus begründet, ist immer streitbar und funktioniert als Antrieb in der Gestaltung.
Das Dazwischen ist demnach nicht nur subjektiver Ort, sondern funktioniert auch als Methode, die Irritationen hervorbringt und überraschende gestalterische Prozesse ermöglicht. Die angestellten Überlegungen spiegeln sich in der Gestaltung von „Das Loch im Löffel“ wieder. Als Trägermaterial für den Druck des theoretischen Textes dienten die drei in Deutschland bekanntesten Designzeitschriften: „Novum“, „Form“ und „Design Report“. Diese Zeitschriften wurden Seite für Seite zerlegt, grob weiß grundiert und mit eigenen, theorie- und praxisorientierten Texten bedruckt.
Die Cover der Zeitschriften wurden ebenfalls mit dem Titel „Das Loch im Löffel“ überdruckt. Anschließend wurden die modifizierten Seiten wieder zu einer Zeitschrift zusammengefügt und gebunden. Das Medium der Designzeitschrift, vermeintlicher Träger „objektiver“ Meinung zu gestalterischen Fragen, wurde hier kritisch analysiert und zu einem weiterführenden Inhalt synthetisiert.
Aus der theoretischen Arbeit „Das Loch im Löffel“ entstand eine Installation, die den Inhalt der Arbeit erlebbar machte.
Die Installation „Interpositionsapparat“ setzte sich auf visuelle und akustische Weise mit dem in der theoretischen Arbeit diskutierten Dazwischen auseinander und stellte Verbindungen wie auch Irritationen her. Die Audioinstallation ließ die inhaltlichen Fragestellungen nach Person, Position und eigener Individualität unmittelbar erfahrbar werden. Kreisförmig angeordnete Lautsprecher gaben die Stimmen verschiedener Designer:innen wieder, die ihre Haltungen und Meinungen verbalisierten.
Die Stimmen einzelner Designer:innen hörte man nur dann, wenn man sich ganz in die Nähe eines Lautsprechers begab. Im Zentrum des „Interpositionsapparats“ kulminierten alle Stimmen, sodass nur eine Kakophonie aus Wortfetzen und Gemurmel wahrgenommen werden konnte. Die verschiedenen Gestalter:innen kommentierten sich gegenseitig, ihre Stimmen überlagerten sich und das Erkennen eindeutiger Positionen wurde verunmöglicht.
Leistungen
Konzeption, Entwurf, Projektmanagement, Umsetzung








Foto:
Nadja Bülow, Dirk Kurz
Video:
Christian Söder